Sorry, dass ich schon wieder über die Gorillas berichte, aber diese Begebenheit im Heidelberger Zoo am 25.08.2007 will ich euch nicht vorenthalten.
Dieser Bericht zeigt noch einen weiteren, interessanten Aspekt des Zusammenlebens der Gorillagruppe dort.
Tante Doba, eine der beiden anderen Gorilladamen der Gruppe hatte sich über den Graben von unten an die Beiden heran geschlichen denn sie erschien plötzlich direkt vor Banjoko am Grabenrand. Auch ich hatte ihr Kommen nicht bemerkt. Vermutlich wählte sie diesen Weg, weil ZsaZsa eine Annäherung direkt innerhalb des Gehege zu früh bemerkt und sich sofort mit Banjoko zurückgezogen hätte. Denn noch duldet ZsaZsa den direkten Kontakt anderer Gruppenmitglieder zu Banjoko nicht.
An dieser Stelle sei noch einmal angemerkt, dass Doba seit Ende April 2007 selbst Mutter ist, ihre Tochter Kiki allerdings (noch) nicht mit ihr zusammen in der Gorillagruppe leben darf. Wer mag, kann in meinen beiden Beiträgen » Gorillas in Menschenhand und » Gorillas in Menschenhand (2) mehr über das Wie und Warum dieses besonderen Umstandes nachlesen.
Doba legte ihre Hand ins Gras vor Banjoko und dieser roch vorsichtig daran. Doba tat als bemerke sie es nicht. ZsaZsa saß direkt daneben und und duldete zunächst diesen vorsichtigen Kontakt, als sie jedoch sah, dass Doba ihren Sohn anfassen wollte, ergriff ZsaZsa sofort Banjokos Hand und zog ihn zu sich. Dieser ließ sich jedoch nicht zurückhalten und krabbelte gleich wieder zu seiner Tante. ZsaZsa hielt ihn vorsichtshalber jedoch am Bein fest.
Bald darauf entfernte sich Doba wieder wie sie gekommen war – über den Graben.
Zurück blieb ein sichtlich beleidigter Banjoko, der doch so gerne mit Tante Doba gespielt hätte.
Ich denke das alles sind unmissverständliche Zeichen für ZsaZsas Angst Banjoko könnte ihr weggenommen werden. Ob sie dafür berechtigte Gründe hat, sprich bereits vorher schon Entführungsversuche seitens Doba stattgefunden haben, oder es sich dabei um übertrieben Vorsicht handelt, kann ich nicht beurteilen – dafür bin ich dann doch viel zu selten stille Beobachterin bei den Gorillas.
Apropos still, ich glaube ich habe noch nicht erwähnt, dass ich bisher noch nie einen Laut von ZsaZsa, Banjoko oder einem der anderen Gruppenmitgliedern gehört habe. Sie scheinen völlig lautlos miteinander zu kommunizieren. Wenn man bedenkt, was für ein Gezeter ein menschliches Kleinkind veranstalten würde in einem vergleichbaren Fall.
Sicherlich wird die Zeit kommen, da Banjoko körperlichen Kontakt zu den anderen Gruppenmitgliedern aufnehmen darf und ich bin schon sehr gespannt darauf. Auch wenn die kleine Kiki in absehbarer Zeit in der Gruppe aufwachsen wird und Banjoko mit ihr spielen kann, wird sicherlich sehr interessant. Aber wann es so weit sein wird weiß ich leider nicht. Da muss ich mich wohl noch in Geduld üben. Aber – ihr ahnt es sicherlich schon – ich werde am Ball bleiben
Weitere Bilder von den Gorillas an diesem Nachmittag in der » Gorilla Galerie 3.
Auch die » Gorilla Galerie 1 , » Gorilla Galerie 2 , » Gorilla Galerie 4 und » Gorilla Galerie 5 zeigt Bilder dieser Gorilla-Gruppe.
Wer mag, kann auch meine anderen Beiträge über die Gorillas im Zoo Heidelberg lesen:
» Gorillas in Menschenhand
» Gorillas in Menschenhand (2)
» Banjoko zeigt Interesse
» Familienbande
Liebe Helga,
sehr anrührend wie du auch diese Szene wieder schilderst und mit den wunderschönen Bildern dokumentierst.
Auf der einen Seite ist es gut, dass ZsaZsa den kleinen Banjoko so beschützt, aber irgendwann kann sie den Kontakt sicher nicht unterbinden.
Ich denke, das alles wird anders werden, wenn auch die kleine Kiki bei ihrer Mami ist und sich dann der Kontakt über die Kleinen normalisieren wird.
Bis dahin bleiben wir und besonders du mit deiner Berichterstattung, am Ball.
Liebe Grüße, Brigitte
Liebe Brigitte,
da kannst du natürlich Recht haben, dass Kiki vielleicht der Schlüssel zur Normalisierung sein wird. Es bleibt abzuwarten, wann es endlich so weit sein wird…
Liebe Grüße
Helga