Nun will ich euch mal wieder ein paar Neuigkeiten von den Gorillas im Zoo Heidelberg berichten. Irgendwie habe ich einen Narren an dieser Gorillagruppe und vor allem an Banjoko einem der beiden Sprößlinge gefressen. Vielleicht kann der ein oder andere es nachvollziehen ?
Es war am Nachmittag des 27. Juli 2007, als ich ihnen mal wieder einen Besuch abstattete und sehr interessante Beobachtungen machen konnte.
Gegen 16:30 Uhr war Abendessenszeit bei den Gorillas und nachdem sie zunächst im Innengehege etwas Futter bekommen hatten, kamen alle wieder nach draußen. Nur Chuma blieb drinnen – sie habe ich bisher noch nie im Außengehege gesehen.
So konnte ich endlich auch Bobo den Silberrücken mal in seiner ganzen Pracht bei Tageslicht bewundern. Kaum zu glauben, dass sein Sohn Banjoko in ca. 11 Jahren ein eben solch stattlicher Silberrücken sein wird.
Bobo zeigte sich sehr sanftmütig und mampfte genüsslich von seinem Futterhaufen bevorzugt die etwas deftigeren Sachen wie Lauch und Sellerie. Zum Nachtisch nahm er sich dann etwas Süßes wie Tomaten und Mohrrüben.
Sein bevorzugter Platz zum Verspeisen seines Abendessens war zischen den beiden Gehegeteilen, von wo aus er seine beiden Mädels Doba und ZsaZsa mit ihrem – und seinem – Sohn Banjoko beobachtete. Es bestand für ihn ohne weiteres die Möglichkeit zu ihnen hinüber zu gehen, aber er ließ sie ungestört. Bekanntlich ergreift ZsaZsa sofort mit Banjoko die Flucht, wenn er eine gewisse Distanz zu ihr unterschreitet.
Auf der anderern Seite des Geheges spielten sich Szenen ab, die gewisse Rückschlüsse auf die Stellung der beiden Weibchen ZsaZsa und Doba in der Gruppe zulassen. In diesem Gehegeteil wurde von den Tierpflegern nur ein Haufen mit Gemüse angerichtet, den ZsaZsa und Doba sich also teilen mussten. Doba scheint die Dominantere der beiden zu sein, denn zuerst bediente sie sich davon – wobei sie auch nur sehr wenig von der Frischkost nahm. Sie zog sich sehr bald – wie Rücksichtsvoll von ihr – in die linke Hälfte des Geheges zurück und so hatte ZsaZsa Gelegenheit sich zu bedienen.
Doch sie tat dies eher wie eine Diebin. Sie schnappte Banjoko und eilte zum Futter, sobald sich Doba weit genug entfernt hatte. Sie nahm sich jedoch ausschließlich Möhren, mit denen dieser Haufen aber reichlich gespickt war. Auch Banjoko ergriff ein paar, so viel seine kleinen Hände eben tragen konnten. Schnell schulterte sie ihren kleinen Sohn und zog sich wieder in ihre Ecke des Geheges zurück, als Doba wieder auf der Bildfläche erschien. Dieses Spiel wiederholte sich mehrere Male bis alle Mohrrüben aufgegessen waren.
Banjoko allerdings konnte mit einer Mohrrübe als kulinarischem Leckerbissen noch nicht so viel anfangen. Zwar knabberte er immer wieder vorsichtig mit seinen kleinen Zähnen daran herum, aber eigentlich bevorzugte er das knackige Gemüse eher als Spielzeug und testete aus, was man damit alles anstellen kann. Es eignete sich z.B. vorzüglich zum Rücken kratzen. Aber als Mundharmonika taugte sie nicht viel, sie gab nämlich keine Töne von sich. Es wäre doch mal spannend zu sehen, was er mit einer echten Mundharmonika anfangen würde
Weitere Bilder von den Gorillas an diesem Nachmittag in der » Gorilla Galerie 2.
Auch die » Gorilla Galerie 1 und » Gorilla Galerie 3 zeigt Bilder dieser Gorilla-Gruppe.
Wer mag, kann auch meine anderen Beiträge über die Gorillas im Zoo Heidelberg lesen:
» Gorillas in Menschenhand
» Gorillas in Menschenhand (2)
» Banjoko zeigt Interesse
» Unerwarteter Besuch