permalink

1

Gorillas in Menschenhand (2)

Die kleine Kiki wird langsam in die Gorillagruppe eingeführt.

21-070701-000-ZsaZsa-kiki

Ein Pfleger sitzt mit Kiki am Gitter des Außengeheges. Zsa Zsa und Banjoko betrachten das kleine Gorillamädchen sehr interessiert.
Danke an Brigitte (brisefoto.de), die mir diese Aufnahme zur Verfügung stellt.

Am letzten Samstag ergab es sich, dass wir den Gorillas schon wieder einen Besuch abstatteten. Zwei ganz besondere Ereignisse habe ich diesmal jedoch leider verpasst. Aber wie gut dass Leander und Brigitte wieder dabei waren, denn die haben mir alles haarklein erzählt und Aufnahmen gemacht.
Als ich gerade bei den Orang Utans war, kam ein Tierpfleger mit dem kleinen 8 Wochen alten Gorillababy Kiki zum Gitter des Außengeheges.

Wie ich in meinem letzten Beitrag ( Gorillas in Menschenhand) erwähnt habe, wird die kleine Kiki zur Zeit mit der Flasche von den Pflegern ernährt. Kurz nach der Geburt schwebte das Gorillababy in Lebensgefahr und musste intensivmedizinisch versorgt werden. Inzwischen geht es ihr gesundheitlich schon ganz gut und sie wird langsam in die Gorillagruppe eingeführt. Nicht nur die Mutter von Kiki, Doba, geht liebevoll mit ihr um, auch Zsa Zsa, deren Sohn Banjoko ja bereits 7 Monate alt ist, begrüßt das kleine Gorillamädchen liebevoll, wie man auf dem Bild von Brigitte (oben) sehr schön erkennen kann. Bei dem Besuch mit der kleinen Kiki am Gehegegitter äußerte der Pfleger Laute die wohl der Gorillasprache entliehen waren. Einen sehr ergreifenden Moment muss ich hier verpasst haben und ich ärgere mich jetzt noch ein bisschen darüber. Aber Dank meiner Freundin Brigitte kann ich nun zumindest darüber berichten.
In der zooeigenen Zeitschrift Zoo aktuell‘ ( Ausgabe 2/2007 Seiten 5 bis 8 ) kann man einen ausführlichen Artikel über Kiki und deren derzeitige Integration in die Gorillagruppe lesen und sich auch einige Bilder der kleinen Kiki anschauen. Die Wiedereingliederung ist nämlich nicht ohne weiteres möglich und muss gründlich vorbereitet werden:
Ein Pfleger kommt mehrmals täglich mit der kleinen Esiankiki (der richtige Name der kleinen Kiki, was auf Afrikanisch ‘die Wunderschöne’ heißt) zum Gehege der Gorillas und ermöglicht somit allen Gruppenmitgliedern die Kontaktaufnahme mit dem Baby. Die bisherigen Erfahrungen bei dieser Vorgehensweise scheinen vielversprechend, selbst Bobo, der ‘Silberrücken’ und Vater der Kleinen toleriert diese Form der Annäherung.

Die Mutter Doba streichelte die Kleine, leckte sie ab und quittierte den Besuch mit gefälligen Brummtönen, berichten die Betreuer. (Zitat aus dem o.g. Pressebericht)

23-070707-083-doba-beeren Doba lernt gerade zu festen Zeiten zum Gitter zu kommen und soll dies später auch zusammen mit Kiki tun, damit sie vom Pfleger die Flasche bekommen kann. Ich stelle mir diese Unterrichtung recht schwierig vor, aber Gorillas sind ja nicht nur hoch sensibel, sondern auch intelligent und sehr gelehrig. Diese Aufnahme zeigt Doba im Außengehege.

07-070707-261-ZsaZsa-Banjoko-gaehnt1 Doba hält sich auch viel zusammen mit Zsa Zsa und Banjoko draußen auf und lernt so nebenbei durch einfaches Abschauen wie man mit einem Gorillababy umgeht. Das ist nämlich eine der größten Schwierigkeiten die sich bei unerfahrenen Gorillaweibchen in Zoos immer wieder zeigen. Ohne Vorbilder wissen sie oft nichts mit ihren Jungtieren anzufangen, vernachlässigen oder misshandeln sie sogar. (siehe auch Gorillas im Freiland und in Menschenhand ).
Aber ich bin zuversichtlich, dass Dobas Mutterliebe und die Erfahrung und Geduld der Pfleger das schwierige Unterfangen der Integration zu einem glücklichen Ende bringen werden. Ich werde, so weit möglich, weiter darüber berichten.

09-080520-146-bobo-pdsw Bobo der Big Boss, Vater von Banjoko und Kiki, ließ sich ein mal kurz draußen blicken. Auch diesen Moment habe ich leider verpasst. Zsa Zsa griff schnell nach Banjoko und verzog sich mit ihm in einen anderen Teil des Geheges. Offensichtlich traut sie ihm noch nicht so recht obwohl sie ein sehr dramatisches Ereignis, dass sich im Jahr 2003 abgespielt hatte, noch gar nicht miterlebt haben konnte, denn sie kam ja erst 2005 vom Frankfurter Zoo nach Heidelberg.

25a-070707-150-chuma Am 10. Dezember 2002 gebar die Gorilla Dame Chuma ihr erstes Baby, die kleine Chuba. Das erste Gorillababy im Heidelberger Zoo überhaupt. Bei einem Streit jedoch zwischen Chuma und dem Silberrücken Bobo wurde das Gorillababy so schwer am Kopf verletzt, dass es auch von namhaften Spezialisten der Kinderklinik und Neurochirurgischen Klinik Heidelberg nicht mehr gerettet werden konnte und am 19. März 2003 starb. In einem Bericht in der Zeitschrift Zoo aktuell (Seiten 5 bis 9) wird das dramatische und kurze Leben der kleinen Chuba sehr ausführlich geschildert. Auch Fotos von diesem Gorillababy sind dort zu sehen.
Am 12. Mai 2004 brachte Chuma, die selbst mit der Flasche groß gezogen werden musste, ein weiteres Baby zur Welt und kümmerte sich diesmal schon wesentlich routinierter um ihren Nachwuchs. Kissa (afrikanisch für ‘die erstgeborene Tochter’), so hieß die Kleine, erkrankte jedoch drei Monate nach ihrer Geburt an einer schweren Lungenentzündung und musste daher von Chuma getrennt werden. Nach erfolgreicher Behandlung wiederum durch ein Ärzteteam der Heidelberger Kinderklinik wurde das Gorillababy schließlich in die Jungtieraufzuchtstataion der Stuttgarter Wilhelma umgesiedelt. Leider gibt es diesbezüglich auf der Website des Heidelberger Zoos keine weiteren Anhaltspunkte, warum man es damals nicht wagte, Kissa nach ihrer Genesung zurück in ihre Gorillagruppe zu führen. Diese Aufnahme von Chuma ist im Affenhaus entstanden. Ich musste also durch die dicke, nicht ganz saubere Scheibe fotografieren.

So jetzt habe ich euch eigentlich alle Mitglieder der Gorillagruppe des Heidelberger Zoos vorgestellt und hoffe euch hat mein Beitrag über die sanften Riesen gefallen.
Sicher werde ich am Ball bleiben zu gegebener Zeit weiter über diese Gorillagruppe und die Aufzucht von Banjoko und Kiki berichten.

Ich habe auch die » Gorilla-Galerie 1 um 18 Fotos erweitert. Ein paar sehr intime Momente zwischen Zsa Zsa und Banjoko konnte ich diesmal auf Chip bannen :-)

Wer mag, kann auch meinen ersten Beitrag über Zsa Zsa und Banjoko » Gorillas in Menschenhand und einen kurzen Beitrag zu Banjoko » Banjoko zeigt Interesse lesen.

1 Kommentar

  1. ich finde es so schön wenn die tiere in freiheit leben können aber machmal würden sie ohne uns sterben also es gibt immer was gutes und was schlechtes an einer sache.
    ja und es ist ein toller bericht.

    sina

Schreibe einen Kommentar

Erforderliche Felder sind markiert *.

*


6 + = 7